Die Pension Andreas auf historischem Boden

Martin Pietzsch

Martin Pietzsch wurde 1866 geboren und war der Sohn des Begründers, der 1862 an gleicher Stelle seines Geburtshauses auf der Loschwitzer Straße, die Ländliche Lehr- und Erziehungsanstalt für Knaben gegründet hatte.
1864 errichtete der Vater den dazugehörigen Schulbau. Martin Pietzsch hatte von der Pike auf gelernt.

Bis 1881 Schulzeit, welche er, da ungeliebt, abbrach. Danach absolvierte er eine Zimmererlehre; 1885/86 belegt er den 4.Kurs an der Dresdner Bauschule, um sich danach an der Königlichen Akademie für Bildende Künste einzutragen. Allerdings war dafür eine zweijährige Bürozeit nachweispflichtig und so wechselte Martin Pietzsch zunächst nach Mainz.

1886 kehrte er nach Dresden zurück und trat den Dienst im Architekturbüro von Haenel und Dressler als „Zeichenknecht” an, nicht ohne sich die Möglichkeit zu schaffen, zweimal wöchentlich Kurse an der Königlichen Akademie für Bildende Künste zu belegen.

Nach seinem sehr erfolgreichen Studienabschluss arbeitete er zunächst in einem Münchner Büro, danach von 1892 bis 1894 in Budapest, um im Frühjahr 1894 eine große, lang erträumte, Italienreise, zu Studienzwecken anzutreten.

Villa Pietzsch

Villa Pietzsch Dresden

1895 machte er sich in Dresden Blasewitz als Baumeister selbständig. Es entstanden die Villen der Mendelssohn-Allee 38 und 40 (Villa Pietzsch, wo auf dem Grund und Boden die heutige Pension Andreas steht) sowie die Villa Wägnerstrasse 1, allesamt auf väterlichem Besitz.

1897 findet Martin Pietzsch seinen eigenen Stil, angelehnt an die Formen der italienischen Frührenaissance und entwickelt zugleich die so genannte „Stielkunst um 1900”.Zwischen 1895 und 1936 gelangen dem Baumeister zahlreiche originelle Villenbauten. Seine Entwicklungen für Lichtspieltheater brachten ihm den Ruf eines hervorragenden Spezialisten ein.

1896 entwirft er das Künstlerhaus in Dresden Loschwitz, bis heute ein kaum vergleichbarer Bau von Atelierräumen und Ausstellungsräumen, Begegnungsstätte für Künstler und Kunstinteressierte.

In der Nacht zum 13. Februar 1945 wurde auch die Villa Pietzsch, Mendelssohn-Allee, Ecke Loschwitzer Straße durch eine Brandbombe zerstört. Die Ruine wurde abgetragen und die Stelle verfüllt.

Martin Pietzsch

Martin Pietzsch stirbt am 5. Februar 1961. Sein Werk und Schaffen hat Spuren und Zeitzeugen geprägt und hinterlassen, welche noch heute das Flair der Dresdner Villenviertel in Dresden Blasewitz und Loschwitz einzigartig erscheinen lassen.

Sie möchten noch mehr über Martin Pietzsch erfahren, oder die Bauwerke, soweit noch erhalten, selbst sehen, dann kommen Sie nach Dresden, wir freuen uns auf Sie!


Herrn Martin Pietzsch und seinem Enkel Herrn Prof. Dr Wolfram Steude in Anerkennung und Würdigung Ihrer künstlerischen und kulturhistorischen Verdienste um Dresden, besonders Dresden-Blasewitz und Dresden-Loschwitz mit freundlicher Genehmigung der Nachfahren gewidmet.
Bis heute unterhält die Familie Steude das Künstlerhaus Dresden im Sinne des Erbauers und bietet Künstlern verschiedener Ausrichtung Atelier- und Wohnraum.
Durch die Jahrzehnte hindurch haben immer wieder Werke einzelner Künstler, besondere Ausstellungen und künstlerische Veranstaltungen weit über Dresden hinaus große Beachtung gefunden.
Bereits mit einem virtuellen Besuch werden Ihnen interessante Einblicke und Informationen vermittelt: www.kuenstlerhaus-dresden.de

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